Angesichts der wachsenden Bedeutung von Unternehmensanleihen fordern Bondinvestoren eine zur Aktien-Investor Relations vergleichbare Kapitalmarktkommunikation von Bondemittenten. Zudem sollten den Bondsinvestoren effektive Instrumente zur Ausübung Ihrer Rechte zur Verfügung gestellt werden.
Deshalb haben BVI und die deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) vor dem Hintergrund des neuen Schuldverschreibungsgesetzes ("SchVG") die neuen DVFA/BVI-Standards für Unternehmensanleihen unter dem SchVG entwickelt.
Die Standards fordern die Bestellung eines mit speziellen Informationsrechten ausgestatteten gemeinsamen Vertreters fer Anleihegläubiger. Sie konkretisieren das Rollenbild, die Aufgaben sowie Rechte und Pflichten des gemeinsamen Vertreters. Er trägt zum Vorteil von Bondsinvestoren und Bondsemittenten maßgeblich dazu bei, professionelle Bond-Investor Relations zu etablieren. Durch den gemeinsamen Vertreter erhalten Bondsinvestoren die auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Informationen, verbessern Bondemittenten ihren Zugang zum Kapitalmarkt und sichern sich Investoren und Emittenten für den Falle eines Refinanzierungsbedarfs einen kompetenten Ansprechpartner.
Die "The Bond Covenant Group" (ein Zusammenschluss des britischen Versicherungsverbandes ABI, des britischen Pensionsfondsverbandes NAPF sowie der britischen und deutschen Investmentverbände IMA und BVI) hat im Juni 2010 Musteranleihebedingungen für Corporate Bonds vorgestellt mit dem Ziel, die Transparenz und Rechtssicherheit für die Anleger in Corporate Bonds zu erhöhen.
Die von der TBCG vorgeschlagenen Anleihebedingungen betreffen die Bereiche
in britischen Pfund und Euroanleihen.