2.9.2020 | Finanzwissen

Neuer Rechner des BVI: Wie lange reicht die Zusatzrente im Alter?

Wer mit Fonds für den Ruhestand gespart hat und die Ersparnisse nicht für eine Weltreise oder zum Abzahlen eines Hypothekendarlehen nutzen möchte, kann mit einem Auszahlplan die gesetzliche Rente aufbessern. Sparer können dabei laut Aktion „Finanzwissen für alle“ der im BVI organisierten Fondsgesellschaften zwischen zwei Varianten wählen: Kapitalerhalt oder Kapitalverzehr. Menschen, die ihre Ersparnisse beispielsweise ihren Kindern vererben wollen, werden den Kapitalerhalt wählen. In diesem Fall kommt nur die Auszahlung der Erträge aus den Fonds in Betracht.

Sind die Vorsorgesparer hingegen bereit, ihr angespartes Vermögen zu verbrauchen, besteht die Möglichkeit einer Auszahlung aus den laufenden Fondserträgen und einem Teil der Ersparnisse. Damit bleibt das angesparte Vermögen zwar weiter angelegt, verringert sich aber jeweils um den monatlichen Auszahlbetrag, bis das gesamte Kapital aufgezehrt ist.

Ein Rechenbeispiel: Ein Sparer, der monatlich 100 Euro in einen durchschnittlichen Sparplan mit deutschen Aktienfonds einzahlt, verfügt bei einer Rendite im Mittel von 5,6 Prozent pro Jahr nach 30 Jahren über ein Vermögen von rund 91.838 Euro (per Ende Juli 2020).

Ein neuer Entnahme-Rechner des BVI hilft dem Sparer dabei auszurechnen, wie lange sein Erspartes im Alter ausreicht und wie es sich theoretisch entwickeln kann, wenn er die Mischung von Aktien/Aktienfonds, Anleihen und Barvermögen in seinem Portfolio verändert. Das Tool ermöglicht dem Sparer, bei der Berechnung auch individuelle Kosten und ihren Steuersatz zu berücksichtigen.

Wählt der Sparer bei seinem Sparplan mit deutschen Aktienfonds einen Entnahmeplan mit Kapitalverzehr, kann er beispielsweise bei der angenommenen durchschnittlichen jährlichen Rendite von 5 Prozent 20 Jahre lang eine Monatsrente von 597 Euro oder 25 Jahre lang 529 Euro beziehen. Der Entnahme-Rechner zeigt ihm auf Grundlage der historischen Daten, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Ersparnisse für den gewünschten Zeitraum tatsächlich ausreichen.

Wollen Sparer ihre Zusatzrente richtig bemessen, sollten sie allerdings zunächst klären, wieviel Geld sie jeden Monat aus der gesetzlichen Rente erhalten werden und wie groß die Lücke sein wird, die ihnen bleibt, wenn sie den gewohnten Lebensstandard erhalten wollen. Erst dann lassen sich sowohl die Dauer des Vorsorgeaufbaus und die Höhe der Zusatzrente als auch Laufzeit des Entnahmeplans und Höhe der monatlichen Auszahlungen berechnen.

Wissenswertes rund ums Geldanlegen bietet der BVI hier.

Diese Meldung ist Teil der Serie „Finanzwissen für alle“.

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