6.5.2020 | Finanzwissen

Robo-Berater: Für die automatisierte Geldanlage sind Vorkenntnisse des Anlegers von Vorteil

In Deutschland ist das Interesse an Robo-Beratern in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen. Die Deutschen haben geschätzte 7.500 Millionen Euro mit Hilfe von so genannten Robo-Advisors an den Kapitalmärkten investiert. Diese digitalen Vermögensverwalter versprechen Anlegern schon mit niedrigen Anlagebeträgen und geringen Kosten Zugang zu einer professionellen Vermögensverwaltung. Die zum Teil kräftigen Verluste während der Corona-Krise zeigen allerdings, dass Sparer nicht alles auf eine Karte setzen und ihre gesamten Ersparnisse in Robo-Berater investieren sollten. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der im BVI organisierten Fondsgesellschaften hin.

Die Computerprogramme übernehmen die Vermögensverwaltung und legen die Anlegergelder gemäß einer vereinbarten Anlagestrategie in Wertpapiere wie Fonds an und steuern die Portfolios während des Anlagezeitraums. Um die von den Algorithmen vorgeschlagenen Portfolios mit den unterschiedlichen Anlagestrategien beurteilen zu können, sind Anleger jedoch gut beraten, Finanzkenntnisse mitzubringen. Das legt die Bilanz für die Portfolios der Robo-Berater während der Turbulenzen an den Kapitalmärkten im März nahe.

Die meisten Anbieter der internetbasierten Vermögensverwaltung bieten keine Beratung an. Menschliche Interaktion bzw. menschliche Eingriffe bei der Kontoeröffnung fehlen nahezu vollständig, der Sparer kommuniziert ausschließlich mit einem Computer – beispielsweise über eine Smartphone-App oder eine Webseite. So beantwortet der Anleger Fragen zu seiner Person wie Alter, Renditeziel und verfügbares Einkommen und bekommt entsprechend seinem Risikoappetit ein Standardportfolio mit meist passiven, börsengehandelten Indexfonds (ETFs) empfohlen.

In den meisten Fällen entscheidet kein Mensch, sondern ein Softwareprogramm über die Zusammensetzung des Depots. Es verwaltet dann das Portfolio zunächst wie vorgeschlagen. Später erfolgt dann die Umschichtung, ohne den Anleger noch einmal zu fragen. Wichtig ist es aber für den Anleger, auf Informationen über Aufbau des Depots sowie Produkte und deren Risiken zu achten.

Der Sparer muss entscheiden, ob ihm ein digitaler Vermögensverwalter bei seinem Ziel, langfristig ein Vermögen aufzubauen, weiterhelfen kann. Gerade die Turbulenzen an den Aktienmärkten, wie wir sie gerade erlebt haben, oder auch eine Veränderung der eigenen Vermögenssituation können zur Verunsicherung führen, so dass der Anleger Fragen hat. Mischformen, bei denen Vorteile der digitalen Vermögensverwalter mit einer persönlichen Beratung kombiniert werden, oder der klassische Bankberater bieten da einen Ausweg.

Wissenswertes rund ums Geldanlegen bietet der BVI hier.

Diese Meldung ist Teil der Serie „Finanzwissen für alle“.

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