I. Teil

Auswirkungen für Alt- und Neuanlagen in britische Fonds, die zum Vertrieb in Deutschland zugelassen sind

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  • Was bedeutet der Austritt für deutsche Anleger, die in Fonds investiert sind, die in Großbritannien aufgelegt wurden?

    Für die bestehenden Anlagen zeichnen sich keine Änderungen ab.

  • Was bedeutet der Brexit für Neuanleger?

    Während des Übergangszeitraums bleibt alles beim Alten. Wenn sich die Parteien bis zu dessen Ablauf nicht auf Sonderregelungen einigen, werden UK-Fonds anschließend ein besonderes Anzeigeverfahren bei der nationalen Aufsichtsbehörde BaFin durchlaufen müssen.

  • Ab wann müssen der Vertrieb und die Anleger mit Änderungen rechnen?

    Während des Übergangszeitraums bis Ende 2020 wird sich nichts ändern. Wie es danach weitergehen wird, hängt von den Ergebnissen der Verhandlungen während des Übergangszeitraums ab. Wenn keine Einigung zustandekommt, wird der Vertrieb vom Vereinigten Königreich nach Deutschland zum Erliegen kommen, wenn die Fondsgesellschaft keine neue Vertriebserlaubnis erhalten oder erfolgreich einen Antrag für das „Temporary Permissions Regime“ gestellt hat.

  • Könnte eine Einschränkung des Vertriebs britischer Fonds die Auswahlmöglichkeiten für deutsche Anleger beeinträchtigen? Würde die deutsche Fondsbranche vom Wegfall von Wettbewerbern profitieren?

    Nein. Denn in Großbritannien domizilierte Fonds spielen in Deutschland derzeit nur eine geringe Rolle. Lediglich 117 der rund 10.800 EU-(Teil-)Fonds stammen aus Großbritannien. Zudem können britische Anbieter auch Niederlassungen in der EU nutzen oder gründen und dann ihre Produkte auch künftig mit einem „EU-Pass“ verkaufen.

  • Ergeben sich für Alt- oder Neuanleger steuerliche Änderungen?

    Nein, weder für Alt- noch für Neuanleger ergeben sich steuerliche Änderungen.

II. Teil

Auswirkungen für Alt- und Neuanlagen in deutsche Fonds, die zum Vertrieb in England zugelassen sind 

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  • Was bedeutet der Austritt für britische Anleger, die in Fonds investiert sind, die in einem europäischen Land (außer UK) aufgelegt wurden?

    Für die bestehenden Anlagen zeichnen sich keine Änderungen ab.

  • Was bedeutet der Brexit für britische Neuanleger?

    Während des Übergangszeitraums bleibt alles beim Alten. Wenn sich die Parteien bis zu dessen Ablauf nicht auf Sonderregelungen einigen, gäbe es für das Land anschließend keine Verpflichtung mehr, den Vertrieb von EU-Fonds zuzulassen. Freiwillig wäre das jedoch ohne weiteres möglich.

III. Teil

Offene Immobilienfonds

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  • Mit dem Brexit dürfte insbesondere der Immobilienmarkt im Großraum London unter Druck kommen. Wie sehr könnten die offenen Immobilienfonds in Deutschland davon betroffen sein?

    8,4 Milliarden Euro der offenen Immobilienfonds sind per Ende September 2019 in Großbritannien investiert. Das entspricht rund 11 Prozent des Immobilienvermögens aller dieser Fonds. Bei den Immobilien-Spezialfonds ist das geringer. Lediglich 1,9 Milliarden Euro mit einem Anteil am Liegenschaftsvermögen von 2 Prozent entfallen auf britische Immobilien.

     

  • Einige britische Immobilienfonds mussten geschlossen werden. Drohen vergleichbare Entwicklungen bei deutschen OIFs?

    Nein – und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen werden die Immobilien in den britischen Fonds mit schwankungsanfälligen Marktwerten bewertet, während die Immobilien in den deutschen OIFs mit der konservativen Ertragswertmethode bewertet werden. Zum anderen sind die Fonds auf der Insel hauptsächlich in britischen Gewerbeimmobilien investiert, so dass entsprechend ein Großteil des Fondsvermögens betroffen ist von den Abwertungen. Der Anteil britischer Immobilien in den heimischen Fonds ist dagegen vergleichsweise gering (siehe Antwort oben).

    Zudem schützen die Mindesthalte- und Kündigungsfristen die deutschen OIFs vor plötzlichen Rückgaben der Fondsanleger. Diese wurden mit dem Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz im Januar 2013 eingeführt. Außerdem könnten viele OIFs aufgrund der derzeit hohen Kassaquoten in ihren Fonds eine Zeit lang auch größere Fondsrückgaben bewältigen.

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