FAQ Abgeltungsteuer

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  • Wie funktioniert die Abgeltungsteuer?

    Das Konzept der Abgeltungsteuer beruht auf einem Steuerabzug an der Quelle, zum Beispiel bei der depotführenden Bank. Hiermit ist die Einkommensteuer des Anlegers grundsätzlich abgegolten, das heißt er muss die Kapitaleinkünfte nicht mehr in seiner Einkommensteuererklärung angeben. Das Abzugssystem umfasst auch den Solidaritätszuschlag.

    Das gleiche gilt für den Einbehalt der Kirchensteuer. Sie wird automatisch als Zuschlag auf die Abgeltungsteuer abgezogen, wenn der kirchensteuerpflichtige Anleger nicht widerspricht (sog. "Erklärung zum Sperrvermerk"). Soweit die Kirchensteuer auf Kapitalerträge nicht abgeführt wurde, wird sie in der Einkommensteuerveranlagung erhoben. Hierfür sind gegebenenfalls Angaben zu den Kapitalerträgen erforderlich.

  • Welche Einkünfte betrifft die Abgeltungsteuer?

    Abgeltungsteuer wird grundsätzlich auf alle Einkünfte aus Kapitalvermögen, insbesondere Zinserträge und Dividenden, erhoben. Zudem erfasst die Abgeltungsteuer Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften von Wertpapieren.

  • Können bei Kapitaleinkünften Werbungskosten (wie zum Beispiel Depotgebühren) geltend gemacht werden?

    Nein. Anleger können die tatsächlich angefallenen Werbungskosten nicht von ihren Kapitaleinkünften abziehen. Mit dem sogenannten Sparer-Pauschbetrag in Höhe von 801 Euro bzw. 1.602 Euro für zusammen Veranlagte werden alle tatsächlich angefallenen Werbungskosten abgegolten.

  • Müssen alle Steuerpflichtigen auf ihre Kapitaleinkünfte 25 Prozent Abgeltungsteuer zahlen?

    Nein. Steuerpflichtige mit einem persönlichen Steuersatz von unter 25 Prozent können ihre Kapitaleinkünfte in der Einkommensteuererklärung angeben und dann mit dem niedrigeren Steuersatz versteuern. Die Kreditinstitute stellen hierzu eine Bescheinigung aus. Stellt sich bei der Steuerfestsetzung aufgrund der eingereichten Erklärung heraus, dass die Veranlagung nicht günstiger für den Steuerpflichtigen ist, werden die Kapitaleinkünfte bei der Steuerfestsetzung nicht weiter berücksichtigt. Der Steuerpflichtige muss keine zusätzlichen Anträge stellen.

  • Kann die Abgeltungsteuer mit Nichtveranlagungsbescheinigungen und Freistellungsaufträgen vermieden werden?

    Ja. Erfüllt der Anleger die entsprechenden Voraussetzungen und stellt die Anträge auf Freistellung beziehungsweise Nichtveranlagung, kann er die Abgeltungsteuer vermeiden.

  • Welche Auswirkungen hat die Abgeltungsteuer auf Einmalanlagen bei Investmentfonds?

    Für Anlagen, die ab Anfang 2009 erfolgen, gelten die Regeln zur Abgeltungsteuer. Gewinne aus der Veräußerung von Fondsanteilen werden, unabhängig von der Haltedauer, von der depotführenden Stelle pauschal mit einem Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer belastet.

    Gewinne aus der Veräußerung von Fondsanteilen, die vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden, unterliegen nicht der Veräußerungsgewinn-Besteuerung. Somit können Anleger Gewinne aus der Veräußerung dieser Fondsanteile auch noch in 10 oder 20 Jahren steuerfrei realisieren. Die Abgeltungsteuer findet gleichwohl Anwendung auf die dem Investmentfonds zufließenden Zinsen, Mieten und Dividenden.

    Bitte beachten Sie hierzu unseren Ausblick auf die neuen Regelungen ab 2018 in der letzten Frage der FAQ.

  • Welche Auswirkungen hat die Abgeltungsteuer auf Sparpläne mit Investmentfonds?

    Jede Einzahlung ist als einzelne Einmalanlage zu betrachten. Hierzu lesen Sie bitte die vorstehende Frage und Antwort.

  • Wie werden Entnahmen aus dem angesparten Vermögen eines Fondssparplans behandelt?

    Für steuerliche Zwecke wird dabei nach der sogenannten "First in first out"–Methode (Fifo) unterstellt, dass die zuerst erworbenen Anteile auch als zuerst veräußert gelten. Ein Berechnungsbeispiel finden Sie hier:

    Beispielrechnung "First in first out"-Methode

    Sofern die Fondsanteile in einem inländischen Depot verwahrt werden, übernimmt diese Berechnung die depotführende Stelle (Bank oder Kapitalanlagegesellschaft).

    Soweit Anteile als veräußert gelten, die vor dem 1. Januar 2009 im Rahmen des Sparvertrags angeschafft wurden, ist der Veräußerungsgewinn (außerhalb der einjährigen Spekulationsfrist) steuerfrei. Soweit Anteile als veräußert gelten, die nach dem 31. Dezember 2008 angeschafft wurden, ist der Veräußerungsgewinn steuerpflichtig und unterliegt grundsätzlich dem Abgeltungssatz von 25 Prozent (außer der persönliche Steuersatz liegt unter 25 Prozent).

  • Welche Auswirkungen hat die Abgeltungsteuer auf Dachfonds?

    Dachfonds investieren in eine Vielzahl von anderen Investmentfonds. Die Anlageentscheidung übernimmt der Fondsmanager entsprechend der Vertragsbedingungen. Die Besteuerung des Anlegers erfolgt wie bei anderen Fondsarten. Das Handeln des Fondsmanagers, das heißt der Kauf und Verkauf von Investmentfonds im Rahmen des Dachfonds, ist dabei unerheblich. Die Besteuerung von nicht ausgeschütteten Veräußerungsgewinnen erfolgt erst, wenn der Anleger Anteile an Dachfonds mit Gewinn verkauft.

    Gleiches gilt auch für entsprechende Mischfonds, die – als so genannte Super-OGAWs – seit Januar 2004 sowohl Direktinvestments als auch andere Investmentfonds erwerben dürfen.

  • Welche Auswirkungen hat die Abgeltungsteuer auf Offene Immobilienfonds?

    Die Anlage in Offenen Immobilienfonds unterliegt wie jede andere Fondsart der Abgeltungsteuer. Diese Fonds investieren vor allem in gewerblich genutzte Immobilien. Inländische Mieterträge des Fonds unterliegen der Abgeltungsteuer. Ausländische Mieterträge werden in der Regel im Ausland besteuert und in Deutschland steuerfrei gestellt.

    Wird eine Immobilie im Ausland verkauft, erfolgt ebenfalls eine Besteuerung des Gewinns im Ausland und die Steuerfreistellung in Deutschland. Diese steuerfreien Erträge unterliegen nicht mehr dem so genannten „Progressionsvorbehalt“, das heißt sie wirken sich auch nicht auf den persönlichen Steuersatz aus.
    Realisierte Gewinne aus der Veräußerung von deutschen Immobilien können steuerfrei an den Anleger ausgeschüttet werden, sofern die jeweilige Immobilie länger als zehn Jahre im Fonds gehalten wurde.

  • Sind die Veräußerungsgewinne auf Fondsebene steuerfrei?

    Die Besteuerung von nicht ausgeschütteten Veräußerungsgewinnen erfolgt erst, wenn der Anleger seine Fondsanteile, die er nach dem 31. Dezember 2008 erworben hat, mit Gewinn verkauft.

    Sofern die Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren auf Fondsebene ausgeschüttet werden, ist dies wie folgt steuerlich zu behandeln:
    Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren, die auf Fondsebene vor dem 1. Januar 2009 erworben wurden, können weiterhin steuerfrei ausgeschüttet werden. Für Anleger, die ihre Anteile vor dem 1. Januar 2009 erworben haben, kommt es dadurch zu einer endgültigen Steuerfreistellung.

    Für Anleger, die ihre Anteile nach dem 31. Dezember 2008 erworben haben, kommt es nur zu einem Verschiebungseffekt. Die steuerfreie Ausschüttung erhöht den Veräußerungsgewinn des Anlegers, der der Abgeltungsteuer unterliegt. Beispiel: Ein Investmentfonds erwirtschaftet einen Veräußerungsgewinn aus vor 2009 erworbenen Aktien in Höhe von 10 Euro pro Anteil. Der Anleger erwirbt einen Fondsanteil für 110 Euro. Der Fonds schüttet nun die 10 Euro steuerfrei an den Anleger aus, der Anteilpreis sinkt gleichzeitig auf 100 Euro. Veräußert der Anleger nun seinen Anteil, ist der realisierte Verlust von 10 Euro (Verkaufspreis 100 Euro minus Anschaffungspreis 110 Euro) um die Gewinne von 10 Euro zu korrigieren, so dass es nicht zu einer Begünstigung des Anlegers kommt.

    Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren, die der Fondsmanager nach dem 31. Dezember 2008 erworben hat, können nur noch steuerpflichtig ausgeschüttet werden.

  • Werden bei thesaurierenden Investmentfonds Zinsen und Dividenden zweimal besteuert?

    Nein. Aufgrund der Zuflussfiktion gelten thesaurierte Zinsen und Dividenden am Geschäftsjahresende des Fonds dem Anleger als steuerlich zugeflossen – verbleiben jedoch im Fonds.

    Damit der Anleger beim Verkauf seiner Fondsanteile keiner Doppelbesteuerung unterliegt, kann er seinen Veräußerungsgewinn beim Verkauf um die bis dahin entstandenen Thesaurierungsbeträge bereinigen. Bei einer Inlandsverwahrung inländischer thesaurierender Fonds übernimmt dies die depotführende Stelle.

  • Wie bereinigt man den Veräußerungsgewinn beim Verkauf ausländischer thesaurierender Fonds in inländischen Depots um die bis dahin entstandenen Thesaurierungsbeträge?

    Die depotführende Stelle wendet hierbei zwei Verfahren an. Im Rahmen des ersten Verfahrens bereinigt die inländische depotführende Stelle den Veräußerungsgewinn um die besitzzeitanteiligen ausschüttungsgleichen Erträge, ohne dass sichergestellt ist, dass diese auch versteuert wurden.

    Beim zweiten Verfahren wird Kapitalertragsteuer auf die akkumulierten ausschüttungsgleichen Erträge ausländischer Fonds erhoben. Im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung ist gegebenenfalls anzugeben, dass die ausschüttungsgleichen Erträge in den Vorjahren bereits versteuert wurden. Dies kann zum Beispiel durch einen einfachen Hinweis im Anschreiben erfolgen. Damit kann die zum Verkaufszeitpunkt einbehaltene Kapitalertragsteuer angerechnet oder erstattet werden.

  • Wie werden Zwischengewinne bei Investmentfonds besteuert?

    Zwischengewinne sind die im Verkaufs- oder Rückgabepreis enthaltenen zeitanteiligen Entgelte für vereinnahmte oder aufgelaufene Zinsen, die vom Fonds noch nicht ausgeschüttet oder thesauriert und somit beim Anleger noch nicht steuerpflichtig wurden.

    Die auf Fondsebene seit dem letzten Geschäftsjahresende erwirtschafteten Zinsen kann der Anleger anteilig beim Kauf eines Fondsanteils als negative Einnahme aus Kapitalvermögen geltend machen. Entsprechend sind die auf Fondsebene seit dem letzten Geschäftsabschluss erwirtschafteten Zinsen anteilig beim Verkauf eines Fondsanteils als Einnahmen aus Kapitalvermögen zu erfassen.

    Somit können Anleger zum Beispiel Rentenfonds, die überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere investieren, auch kurz vor dem Ausschüttungs- beziehungsweise Thesaurierungstermin erwerben. Durch die Regelung zum Zwischengewinn bemisst sich der Steuerabzug von 25 Prozent (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) im Zeitpunkt der Ausschüttung bzw. Thesaurierung wirtschaftlich lediglich auf die ausgeschütteten bzw. thesaurierten Erträge, die während der gegebenenfalls sehr kurzen Besitzzeit des Anlegers erwirtschaftet wurden.

  • Unterliegen auch VL-Fondssparpläne der Abgeltungsteuer?

    Ja. Fondssparpläne aus vermögenswirksamen Leistungen (VL) werden wie "normale" Fondssparpläne behandelt. Aufgrund der durchschnittlich zu erwartenden Rendite eines langfristigen Aktienfonds-Sparplans ist diese Form der Vermögensbildung auch unter Berücksichtigung der Abgeltungsteuer attraktiv.

    Über Sparpläne und Vermögenswirksamen Leistungen informieren wir Sie im Kapital „Kapitalanlage – Privatanleger“.

  • Wie werden ETFs (Exchange Traded Funds) und Indexfonds im Rahmen der Abgeltungsteuer behandelt?

    ETFs sind börsengehandelte Investmentfonds und werden steuerlich genauso wie jeder andere Fonds behandelt. Inzwischen werden fast alle Investmentfonds auch über die Börse gehandelt. Der Vertriebsweg ist für die steuerliche Behandlung unerheblich. Ebenfalls nicht maßgeblich ist die Unterscheidung in aktiv oder passiv verwaltete Fonds. Daher gelten auch für Indexfonds keine besonderen Regeln.

  • Fällt bei einer Erbschaft oder Schenkung von Fondsanteilen Abgeltungsteuer an?

    Werden Investmentfondsanteile vererbt oder verschenkt, führt dies nicht zu einer Realisierung der in den vererbten/geschenkten Fondsanteilen enthaltenen Gewinne. Somit fällt im Zeitpunkt der Erbschaft/Schenkung keine Abgeltungsteuer an.

    Die Erbschaft/Schenkung von Fondsanteilen unterliegt jedoch grundsätzlich der Erbschaftsteuer, falls die Freibeträge überschritten sind. Damit bei einer Schenkung keine Kapitalertragsteuer abgezogen wird, die im Rahmen der Einkommensteuererklärung wieder erstattet werden kann, sollte der Schenkende dem depotführenden Institut die Schenkung anzeigen.

    Der Erbe bzw. der durch die Schenkung Bedachte tritt in die Rechtsposition des Erblassers/Schenkers ein (sogenannte Fußstapfentheorie, § 1922 BGB). Für die Frage, ob der Erbe/Bedachte später der Abgeltungsteuer unterliegt, ist der Erwerbszeitpunkt der Fondsanteile durch den Erblasser/Schenker maßgeblich. Erfolgte die Anschaffung durch den Erblasser /Schenker vor dem 31. Dezember 2008, so ist die Veräußerung durch den Erben jetzt steuerfrei. Hat der Erblasser/Schenker die Fondsanteile nach dem 1. Januar 2009 angeschafft, so unterliegen die durch den Erben realisierten Gewinne der Abgeltungsteuer.

  • Verlieren Fondsanteile, die vor dem 1. Januar 2009 angeschafft wurden, bei einer Fusion oder Auflösung ihren steuerlichen Bestandsschutz für Veräußerungsgewinne?

    Fondsauflösung:
    Wird ein Investmentfonds aufgelöst, ist dies aus steuerlicher Sicht als Rückgabe der Fondsanteile zu werten, die einer Veräußerung gleichsteht. Dabei sind folgende Fälle zu unterscheiden: Besaß der Anleger den Fonds länger als ein Jahr und lag das Kaufdatum vor 2009, besteht Bestandsschutz. Demzufolge ist der Gewinn bei der Rückgabe steuerfrei. Bei Anschaffung nach 2008 greift der Abgeltungsteuersatz von 25 Prozent unabhängig von der Haltedauer. In beiden Fällen kommen noch der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer hinzu.
     
    Fondsfusion / Verschmelzung:
    Anders ist dies bei Fusionen inländischer (und in der Regel auch ausländischer) Investmentfonds. Besitzt der Anleger einen Fonds, der mit einem anderen Fonds verschmolzen wird, erhält er Anteile des neuen Fonds. Der Fiskus sieht diese "Veräußerung" und "Neuanschaffung" aber nur als steuerneutralen Vorgang, so dass die neuen Anteile in die Rechtsposition der alten Anteile eintreten (so genannte "Fußstapfentheorie"). Somit geht der Bestandsschutz für vor dem 01.01.2009 erworbene Anteile durch eine Verschmelzung nicht verloren.

  • Was sind die steuerlichen Folgen, wenn Fondsanteile im Rahmen eines Depotübertrags von einer inländischen depotführenden Stelle auf eine andere inländische depotführende Stelle übertragen werden?

    Wenn die Depotinhaber der beiden Depots identisch sind, hat der Depotübertrag im Zeitpunkt des Übertrags keine steuerlichen Auswirkungen. Insbesondere löst er keine Erhebung von Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) aus. Die abgebende depotführende Stelle ist verpflichtet, der aufnehmenden depotführenden Stelle die Anschaffungsdaten zu übermitteln. So werden bei einer späteren Veräußerung grundsätzlich die gleichen Rechtsfolgen wie im Falle der Veräußerung aus dem Ursprungsdepot gezogen.

    Dies kann für den Übertrag von Anteilen an ausländischen thesaurierenden Investmentfonds nicht garantiert werden, da die Information über den "akkumulierten ausschüttungsgleichen Ertrag" gegebenenfalls von der abgebenden depotführenden Stelle nicht übermittelt werden kann. In diesem Fall tritt bei der Veräußerung solcher Fondsanteile ein erhöhter Kapitalertragsteuerabzug ein, wobei die Steuerbelastung im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung wieder bereinigt werden kann.

  • Was sind die neuen Regeln ab 2018?

    Ab 2018 wird die Besteuerung von Investmentfonds neu geregelt. Inländische und ausländische Publikumsfonds zahlen Steuern in Höhe von 15 Prozent auf deutsche Dividenden, deutsche Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien. Es erfolgt also eine Besteuerung auf der Fondsebene analog der heutigen Besteuerung ausländischer Fonds, um eine mögliche europarechtlich unzulässige Diskriminierung ausländischer Fonds auszuschließen.

    Die Abgeltungsteuer für Privatanleger bleibt erhalten. Sie wird auf sämtliche Ausschüttungen und
    Gewinne aus dem Verkauf von Fondsanteilen angewendet werden, um das System zu vereinfachen.
    Es werden jedoch Steuererleichterungen auf Ausschüttungen und Gewinne aus dem Verkauf von
    Fondsanteilen in Höhe von 30 Prozent bei Aktienfonds und 60 bis 80 Prozent bei Immobilienfonds
    (je nach Investitionsgrad im Ausland) eingeführt.

    Schüttet der Fonds nicht aus, sondern thesauriert die Erträge, wird zur Berechnung eine Ausschüttung unterstellt, die sich am allgemeinen Zinsniveau orientiert (sog. Vorabpauschale).

    Wie erfolgt der Systemwechsel?

    Alle Fondsanteile gelten zum 31. Dezember 2017 als verkauft und wieder angeschafft. Konkret
    bedeutet das, dass für alle Privatanleger Wertsteigerungen ab dem 1. Januar 2018 steuerpflichtig
    sind, ungeachtet der Tatsache, ob sie die Fondsanteile vor Einführung der Abgeltungsteuer im Jahr
    2009 gekauft haben. Allerdings gilt pro Anleger ein Freibetrag von 100.000 Euro. Steuern auf
    steuerpflichtige Veräußerungsgewinne fallen erst bei einem tatsächlichen Verkauf der Fondsanteile an.

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