I. Teil

Auswirkungen für Alt- und Neuanlagen in britische Fonds, die zum Vertrieb in Deutschland zugelassen sind

FAQs

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  • Was bedeutet das Austrittsvotum für deutsche Anleger, die in Fonds investiert sind, die in Großbritannien aufgelegt wurden?

    Für die bestehenden Anlagen zeichnen sich keine Änderungen ab.

  • Was bedeutet der Brexit für Neuanleger?

    Bei Neuanlagen sind im Fondsvertrieb britischer Fonds künftig Änderungen möglich, je nach Ausgang der Austrittsverhandlungen. Das hängt konkret vom rechtlichen Status ab, den Großbritannien aushandeln wird. Beispiel: Bei einer EWR-Mitgliedschaft bliebe alles beim Alten. Als „Drittstaat“ wie die USA müssten UK-Fonds ein aufwändiges Anzeigeverfahren bei der nationalen Aufsichtsbehörde BaFin durchlaufen. Auch individuelle Lösungen sind denkbar.

  • Ab wann müssen der Vertrieb und die Anleger mit Änderungen rechnen?

    Wenn eine Einigung zwischen den EU27 und dem Vereinigten Königreich über ein Austrittsabkommen zustande kommt, wird sich im Vertrieb voraussichtlich bis Ende 2020 nichts ändern. Beim ungeordneten oder „no deal“-Brexit wird der Vertrieb vom Vereinigten Königreich nach Deutschland zum Erliegen kommen, wenn sich die englische Fondsgesellschaft nicht rechtzeitig um eine neue Vertriebszulassung bei der deutschen Aufsicht BaFin bemüht hat.

  • Könnte eine Einschränkung des Vertriebs britischer Fonds die Auswahlmöglichkeiten für deutsche Anleger beeinträchtigen? Würde die deutsche Fondsbranche vom Wegfall von Wettbewerbern profitieren?

    Nein. Denn in Großbritannien domizilierte Fonds spielen in Deutschland derzeit nur eine geringe Rolle. Lediglich 212 der rund 10.700 EU-(Teil-)Fonds stammen aus Großbritannien. Zudem können britische Anbieter auch Niederlassungen in der EU nutzen oder gründen und dann ihre Produkte auch künftig mit einem „EU-Pass“ verkaufen.

  • Ergeben sich für Alt- oder Neuanleger steuerliche Änderungen?

    Nein, weder für Alt- noch für Neuanleger ergeben sich steuerliche Änderungen.

II. Teil

Auswirkungen für Alt- und Neuanlagen in deutsche Fonds, die zum Vertrieb in England zugelassen sind 

FAQs

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  • Was bedeutet das Austrittsvotum für britische Anleger, die in Fonds investiert sind, die in einem europäischen Land (außer UK) aufgelegt wurden?

    Für die bestehenden Anlagen zeichnen sich keine Änderungen ab.

  • Was bedeutet der Brexit für britische Neuanleger?

    Das hängt konkret vom rechtlichen Status des Vereinigten Königreichs nach dem Brexit ab. Beispiel: Bei einer EWR-Mitgliedschaft Großbritanniens bliebe alles beim Alten. Würde UK allerdings ein „Drittstaat“ wie die USA, gäbe es für das Land zunächst einmal keine Verpflichtung, den Vertrieb von EU-Fonds zuzulassen. Allerdings besteht für Fondsanbieter aus den EU27-Staaten die Möglichkeit, über das so genannte „Temporary Permissions Regime“ den Vertrieb für einen Übergangszeitraum fortzusetzen. Fragen Sie Ihre Fondsgesellschaft, ob sie einen entsprechenden Antrag gestellt hat.

  • Ab wann müssen Vertrieb und Anleger mit Änderungen rechnen?

    Wenn eine Einigung zwischen den EU27 und dem Vereinigten Königreich über ein Austrittsabkommen zustande kommt, wird sich im Vertrieb voraussichtlich bis Ende 2020 nichts ändern. Beim ungeordneten oder „no deal“-Brexit wird der Vertrieb vom Vereinigten Königreich nach Deutschland zum Erliegen kommen, wenn die Fondsgesellschaft keine neue Vertriebserlaubnis erhalten oder erfolgreich einen Antrag für das „Temporary Permissions Regime“ gestellt hat.

III. Teil

Offene Immobilienfonds

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  • Mit dem Brexit dürfte insbesondere der Immobilienmarkt im Großraum London unter Druck kommen. Wie sehr könnten die offenen Immobilienfonds in Deutschland davon betroffen sein?

    8,4 Milliarden Euro der offenen Immobilienfonds sind per Ende September 2018 in Großbritannien investiert. Das entspricht rund 12 Prozent des Immobilienvermögens aller dieser Fonds. Bei den Immobilien-Spezialfonds ist das geringer. Lediglich 2,1 Milliarden Euro mit einem Anteil am Liegenschaftsvermögen von 3 Prozent entfallen auf britische Immobilien.

  • Einige britische Immobilienfonds mussten geschlossen werden. Drohen vergleichbare Entwicklungen bei deutschen OIFs?

    Nein – und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen werden die Immobilien in den britischen Fonds mit schwankungsanfälligen Marktwerten bewertet, während die Immobilien in den deutschen OIFs mit der konservativen Ertragswertmethode bewertet werden. Zum anderen sind die Fonds auf der Insel hauptsächlich in britischen Gewerbeimmobilien investiert, so dass entsprechend ein Großteil des Fondsvermögens betroffen ist von den Abwertungen. Der Anteil britischer Immobilien in den heimischen Fonds ist dagegen vergleichsweise gering (siehe Antwort oben).

    Zudem schützen die Mindesthalte- und Kündigungsfristen die deutschen OIFs vor plötzlichen Rückgaben der Fondsanleger. Diese wurden mit dem Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz im Januar 2013 eingeführt. Außerdem könnten viele OIFs aufgrund der derzeit hohen Kassaquoten in ihren Fonds eine Zeit lang auch größere Fondsrückgaben bewältigen.