I. Teil

Auswirkungen für Alt- und Neuanlagen in britische Fonds, die zum Vertrieb in Deutschland zugelassen sind

FAQs

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  • Was bedeutet das Austrittsvotum für deutsche Anleger, die in Fonds investiert sind, die in Großbritannien aufgelegt wurden?

    Für die bestehenden Anlagen zeichnen sich keine Änderungen ab.

  • Was bedeutet der Brexit für Neuanleger?

    Bei Neuanlagen sind im Fondsvertrieb britischer Fonds künftig Änderungen möglich, je nach Ausgang der bis zu zwei Jahre dauernden Verhandlungen. Das hängt konkret vom rechtlichen Status ab, den Großbritannien aushandeln wird. Beispiel: Bei einer EWR-Mitgliedschaft bliebe alles beim Alten. Als „Drittstaat“ wie die USA müssten UK-Fonds ein aufwändiges Anzeigeverfahren bei der nationalen Aufsichtsbehörde BaFin durchlaufen. Auch individuelle Lösungen sind denkbar.

  • Ab wann müssen der Vertrieb und die Anleger mit Änderungen rechnen?

    Das Vereinigte Königreich hat formell am 29. März 2017 den Austritt aus der EU erklärt. Damit hat die britische Premierministerin Theresa May Artikel 50 des Lissabonner Vertrags ausgelöst – und den Startschuss für schwierige Verhandlungen. Eine endgültige Einigung über sämtliche EU-Vertragsangelegenheiten soll bis spätestens März 2019 erzielt werden.

  • Und wenn sich auch zwei Jahre nach dem Austrittsantrag EU und Großbritannien nicht einigen?

    Werden sich bis dahin EU und Großbritannien nicht einig, hätten danach britische Fonds den gleichen Status wie Fonds aus anderen Drittstaaten beispielsweise den USA. Die Zulassung obliegt dann jeweils den jeweiligen nationalen Aufsichtsbehörden. Der Prozess ist aufwändiger und komplexer als derzeit im europäischen Binnenmarkt, aber nicht unmöglich. Übergangsfristen könnten dafür sorgen, dass der Status quo über den 29. März 2019 hinaus erhalten bleibt.

  • Könnte eine Einschränkung des Vertriebs britischer Fonds die Auswahlmöglichkeiten für deutsche Anleger beeinträchtigen? / Würde die deutsche Fondsbranche vom Wegfall von Wettbewerbern profitieren?

    Nein. Denn in Großbritannien domizilierte Fonds spielen in Deutschland derzeit nur eine geringe Rolle. Lediglich 212 der rund 10.700 EU-(Teil-)Fonds stammen aus Großbritannien. Zudem können britische Anbieter auch Niederlassungen in der EU nutzen oder gründen und dann ihre Produkte auch künftig mit einem „EU-Pass“ verkaufen.

  • Ergeben sich für Alt- oder Neuanleger steuerliche Änderungen?

    Nein, weder für Alt- noch für Neuanleger ergeben sich steuerliche Änderungen.

II. Teil

Auswirkungen für Alt- und Neuanlagen in deutsche Fonds, die zum Vertrieb in England zugelassen sind 

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  • Was bedeutet das Austrittsvotum für britische Anleger, die in Fonds investiert sind, die in einem europäischen Land (außer UK) aufgelegt wurden?

    Für die bestehenden Anlagen zeichnen sich keine Änderungen ab.

  • Was bedeutet der Brexit für britische Neuanleger?

    Bei Neuanlagen sind im Fondsvertrieb von EU-Fonds in Großbritannien künftig Änderungen möglich, je nach Ausgang der bis zu zwei Jahre dauernden Verhandlungen. Das hängt konkret vom rechtlichen Status ab, den Großbritannien aushandeln wird. Beispiel: Bei einer EWR-Mitgliedschaft Großbritanniens bliebe alles beim Alten. Würde UK allerdings ein „Drittstaat“ wie die USA, gäbe es für das Land zunächst einmal keine Verpflichtung, den Vertrieb von EU-Fonds zuzulassen. Vorstellbar wären Abkommen zwischen England und EU-Staaten, die den gegenseitigen Marktzutritt für Fondsprodukte individuell regeln.

  • Ab wann müssen Vertrieb und Anleger mit Änderungen rechnen?

    Das Vereinigte Königreich hat formell am 29. März 2017 den Austritt aus der EU erklärt. Damit hat die britische Premierministerin Theresa May Artikel 50 des Lissabonner Vertrags ausgelöst – und den Startschuss für schwierige Verhandlungen. Eine endgültige Einigung über sämtliche EU-Vertragsangelegenheiten soll bis spätestens März 2019 erzielt werden.

  • Und wenn sich auch zwei Jahre nach dem Austrittsantrag EU und Großbritannien nicht einigen?

    Ohne eine Einigung müsste künftig die britische Aufsichtsbehörde über die Vertriebszulassung von EU-Fonds entscheiden. Der Prozess wäre dann voraussichtlich aufwändiger und komplexer als derzeit im europäischen Binnenmarkt – falls überhaupt möglich. Übergangsfristen könnten dafür sorgen, dass der Status quo über den 29. März 2019 hinaus erhalten bleibt.

III. Teil

Offene Immobilienfonds

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  • Mit dem Brexit dürfte insbesondere der Immobilienmarkt im Großraum London unter Druck kommen. Wie sehr könnten die offenen Immobilienfonds in Deutschland davon betroffen sein?

    6,6 Milliarden Euro der offenen Immobilienfonds sind per Ende Dezember 2016 in Großbritannien investiert. Das entspricht rund 10 Prozent des Immobilienvermögens aller dieser Fonds. Bei den Immobilien-Spezialfonds ist das geringer. Lediglich 2,1 Milliarden Euro mit einem Anteil am Fondsvermögen von 4 Prozent entfallen auf britische Immobilien.

  • Einige britische Immobilienfonds mussten geschlossen werden. Drohen vergleichbare Entwicklungen bei deutschen OIFs?

    Nein – und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen werden die Immobilien in den britischen Fonds mit schwankungsanfälligen Marktwerten bewertet, während die Immobilien in den deutschen OIFs mit der konservativen Ertragswertmethode bewertet werden. Zum anderen sind die Fonds auf der Insel hauptsächlich in britischen Gewerbeimmobilien investiert, so dass entsprechend ein Großteil des Fondsvermögens betroffen ist von den Abwertungen. Der Anteil britischer Immobilien in den heimischen Fonds ist dagegen vergleichsweise gering (siehe Antwort oben).

    Zudem schützen die Mindesthalte- und Kündigungsfristen die deutschen OIFs vor plötzlichen Rückgaben der Fondsanleger. Diese wurden mit dem Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz im Januar 2013 eingeführt. Außerdem könnten viele OIFs aufgrund der derzeit hohen Kassaquoten in ihren Fonds eine Zeit lang auch größere Fondsrückgaben bewältigen.