Mündelgeld

Mündelsichere Anlagen

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt die Anlage von Geldern von Personen, die unter Betreuung stehen (sogenannte Mündelgelder). Es enthält einen Katalog von Anlageformen, in die Mündelgeld investiert werden kann (§ 1807). Ein Vormund ist verpflichtet, das Geld des Mündels verzinslich anzulegen (§ 1806). Diese Anlageformen werden als so genannte "mündelsichere Anlagen" bezeichnet. Hierzu gehören beispielsweise Bundeswertpapiere. 

Arten der Anlage

Mündelgeld kann auch anderweitig investiert werden. Die Art der Anlage (zum Beispiel Aktien, Investmentfonds oder Grundbesitz) muss mit den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung vereinbar sein. Dies muss ein Vormundschaftsgericht in jedem einzelnen Fall eines Mündels beurteilen und dem Vormund die jeweilige Art der Anlage ausdrücklich gestatten.

Investmentfonds zählen nicht zu den mündelsicheren Anlageformen des  BGB (§ 1807). Die Anlage von Mündelgeldern in Fonds bedarf daher der Gestattung durch das Vormundschaftsgericht. Zahlreiche Fonds sind bereits in verschiedenen Einzelfällen von Vormundschaftsgerichten für die Anlage von Mündelgeldern zugelassen worden. In diesen gerichtlichen Entscheidungen spielen viele Kriterien eine Rolle, zum Beispiel die Sicherheit und wirtschaftliche Vorzüge gegenüber anderen mündelsicheren Anlageformen. Hierbei wird berücksichtigt, welche Vermögensgegenstände der Investmentfonds erwirbt. 

Gerichtliche Ausnahme-Genehmigungen

Der BVI führt eine Liste über die ihm bekannten gerichtlichen Genehmigungen der Anlage von Mündelgeld in Investmentfonds. Diese Liste ist als Überblick gedacht und soll dem Vormund und Vormundschaftsgerichten als Orientierungshilfe dienen. Gerichte sind hieran bei zukünftigen Entscheidungen nicht gebunden. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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