Warum der DAX ein Exot ist

Warum der DAX ein Exot ist

In Berichten über die deutsche Börse fällt in Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen häufig auch der Begriff DAX. Hinter diesen drei Buchstaben verbirgt sich der Deutsche Aktienindex, der die Entwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen abbildet, die an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind. Der DAX gehört wie auch der amerikanische Dow Jones Industrial Index, der europäische Euro STOXX 50 und der japanische Nikkei 225 weltweit zu den wichtigsten Börsenbarometern. Der deutsche Index ist allerdings ein Exot unter den Weltindizes. Im Deutschen Aktienindex werden nämlich zusätzlich zu den Kursveränderungen auch die ausgeschütteten Dividenden der Unternehmen berücksichtigt. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der Fondsgesellschaften hin.

Die Dividende ist Teil des Gewinns, den ein Unternehmen an seine Anteilseigner ausschüttet. Normalerweise wird eine Dividendenausschüttung vom Aktienkurs abgezogen, was in der Regel einen Kursrückgang verursacht. Beim DAX werden die ausgeschütteten Beträge wieder angelegt und dem Kurswert hinzugefügt. Eine Ausschüttung hat somit keine negative Auswirkung auf den Kurs. Experten bezeichnen einen Index wie den DAX als Performanceindex. Beim Dow Jones Industrial Index, Euro STOXX 50, Nikkei 225 und vielen anderen Marktbarometern werden dagegen nur die Kursveränderungen berücksichtigt. Sie werden daher Preis- oder auch Kursindex genannt. Natürlich gibt es auch einen DAX-Kursindex. Der ist aber nicht so bekannt wie der DAX-Performanceindex. Wegen der Berücksichtigung der Ausschüttungen hat sich dieser immer besser entwickelt als der DAX-Kursindex.

Doch welche Form des Marktbarometers ist besser? Performanceindizes wie der DAX zeigen deutlicher, welche Erträge den Anlegern zufließen. Mit anderen Worten: Halten Anleger einen Investmentfonds oder auch einen ETF im Depot, die den DAX nachbilden, hatten sie allein in den vergangenen zwölf Monaten einen Dividendenertrag von 3,2 Prozent. Für Anleger, die die Dividenden ausgezahlt haben wollen, ist der Kursindex die bessere Variante.

Wissenswertes rund ums Geldanlegen bietet der BVI unter www.bvi.de/finanzwissen.

Diese Meldung ist Teil der Serie „Finanzwissen für alle“.

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