Warum sich Riestern während der Elternzeit lohnt

Warum sich Riestern während der Elternzeit lohnt

Alleinerziehende und alleinstehende Frauen sind einer aktuellen Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zufolge im Alter stark armutsgefährdet. Sie haben deutlich weniger Einkommen aus der Alterssicherung als Männer. Gründe sind, dass meist Mütter einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, wegen der Kindererziehung ihre Erwerbsarbeit häufiger unterbrechen und außerdem nur knapp 10 Prozent der Frauen eine betriebliche bzw. private Altersversorgung haben. Frauen, aber auch Männer, die in Elternzeit gehen oder länger in Teilzeit arbeiten, sollen daher so früh wie möglich mit dem Aufbau der Altersvorsorge beginnen. Darauf weist die Aktion „Finanzwissen für alle“ der Fondsgesellschaften hin. 

Für den Vermögensaufbau eignet sich gut ein Riester-Sparplan. Diesen sollten Eltern auch während der bis zu dreijährigen Elternzeit durchhalten. Um die volle Förderung zu erhalten, müssen sie im ersten Jahr der Elternzeit noch den Mindesteigenbetrag einzahlen. Dieser orientiert sich am Vorjahreseinkommen. Auch wenn Eltern zu Beginn der Elternzeit keine Einkünfte haben, müssen sie vier Prozent ihres Vorjahreseinkommens in den Riester-Vertrag einzahlen, höchstens aber 2.100 Euro im Jahr, um die vollen staatlichen Zulagen zu erhalten. Ab dem zweiten Jahr kommt die Erleichterung: Dann sind nur noch 60 Euro pro Jahr oder fünf Euro monatlich als Sockelbetrag für die Zulagen erforderlich.

Warum das so ist? Weil das Elterngeld bei der Berechnung des Eigenbeitrags nicht berücksichtigt wird. Der eigene Sparanteil, der für den Erhalt der vollen Zulage nötig ist, ist also gering. Ein Rechenbeispiel mit der neuen Förderung: Ab 2018 beträgt die jährliche Grundzulage pro Person 175 Euro jährlich, die Kinderzulage beläuft sich auf 185 Euro für bis Ende 2007 geborene und 300 Euro für ab 2008 geborene Kinder. Ein Elternteil, der für sich und seine zwei Kinder die jährliche Zulage beantragt, kann also bis zu 775 Euro pro Jahr erhalten und zahlt selbst nur 60 Euro. Die Riester-Förderung ist also auch während der Elternzeit besonders attraktiv, da für den Erhalt der vollen Zulage nur sehr geringe Beiträge selbst aufgebracht werden müssen.

Wissenswertes rund ums Geldanlegen bietet der BVI unter www.bvi.de/finanzwissen.

Diese Meldung ist Teil der Serie „Finanzwissen für alle“.

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