Fondsbranche bleibt auf Kurs

Fondsbranche bleibt auf Kurs

  • Rekordvermögen steigt auf 2,8 Billionen Euro
  • Spezialfonds mit zweitbestem Absatzjahr
  • Börsenturbulenzen dämpfen Neugeschäft bei Publikumsfonds
  • Mischfonds und offene Immobilienfonds gefragt

„2016 hat eindrucksvoll gezeigt, dass Anleger auch in schwierigen Marktphasen und im Niedrigzinsumfeld unverändert auf die professionelle Kapitalanlage durch Fondsgesellschaften setzen. An Fonds führt kein Weg vorbei“, sagt Tobias C. Pross, Präsident des deutschen Fondsverbands BVI, auf der Jahrespressekonferenz. 2016 war das Jahr der volatilen Märkte und politischen Überraschungen. Erst gingen die Börsen auf Talfahrt, dann folgten der Brexit, ein knapper US-Wahlsieg und das italienische Referendum. „Vor diesem Hintergrund ist das Ergebnis der Branche mehr als respektabel“, erläutert Pross. Das von den Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen markiert mit 2,8 Billionen Euro erneut einen Rekord. In den letzten zehn Jahren stieg das für private und institutionelle Anleger verwaltete Vermögen um beachtliche 84 Prozent.

Fondsbranche verwaltet Rekordvermögen

Die Fondsgesellschaften sammelten 2016 netto 102,8 Milliarden Euro in Publikums- und Spezialfonds ein – das ist das drittbeste Absatzjahr seit der Finanzkrise. Bei den Zuflüssen dominierten wieder die Spezialfonds; sie verzeichneten mit 96,3 Milliarden Euro ihr zweitbestes Absatzjahr. Nur im Ausnahmejahr 2015 sammelten Spezialfonds mit 120,7 Milliarden Euro mehr ein.

Fonds-Neugeschäft

Wegen der Börsenturbulenzen am Jahresanfang blieb das traditionell starke erste Absatzquartal der Publikumsfonds aus. Daneben sorgten die politischen Überraschungen in Europa und den USA für große Unsicherheit bei Anlegern und dämpften deren Investitionsbereitschaft. Publikumsfonds sammelten nur 6,5 Milliarden Euro ein. Damit liegt Deutschland im Trend: Auch das Neugeschäft in Europa und den USA fiel geringer aus. Wertpapierfonds sammelten europaweit im Schnitt 56 Prozent weniger ein als im Vorjahr. In den USA ging der Absatz von „mutual funds“ um 20 Prozent zurück.

Bei den Publikumsfonds standen vor allem zwei Gruppen auf der Kaufliste. Mischfonds sammelten 11,6 Milliarden Euro neue Gelder ein. Insgesamt verwalten sie 229 Milliarden Euro. Das entspricht einem Viertel des Publikumsfondsvermögens von 915 Milliarden Euro. Beliebt waren 2016 auch offene Immobilienfonds. Sie verzeichnen Zuflüsse von 4,2 Milliarden Euro. Darin sind Substanzauszahlungen im Wert von 2,7 Milliarden Euro als Rückflüsse enthalten, die offene Immobilienfonds in Auflösung an Anleger überwiesen. Faktisch sammelten die Fonds 2016 damit 6,9 Milliarden Euro ein. Ihr Vermögen betrug Ende 2016 rund 88 Milliarden Euro. Aus Aktienfonds flossen im vergangenen Jahr netto 1,8 Milliarden Euro ab. Dazu trugen vor allem Aktien-ETFs bei, die Abflüsse von 3 Milliarden Euro verzeichneten. Aktiv gemanagte Aktienfonds sammelten 1,2 Milliarden Euro neue Mittel ein. Nach wie vor sind Aktienfonds die volumenstärkste Gruppe der Publikumsfonds. Sie verwalten ein Vermögen von 340 Milliarden Euro. Auf aktiv gemanagte Aktienfonds entfallen dabei 250 Milliarden Euro, auf Aktien-ETFs 90 Milliarden Euro.

Mischfonds und offene Publikumsfonds gefragt

Bei Spezialfonds sind Versicherungen mit einem Vermögen von 552 Milliarden Euro die größte Anlegergruppe. Im Neugeschäft 2016 lagen allerdings erstmals die Altersvorsorgeeinrichtungen wie Vorsorgewerke und Pensionskassen vorn. Sie legten netto 37,5 Milliarden Euro neue Gelder an, Versicherungsgesellschaften 25,1 Milliarden Euro. Gemessen am Fondsvermögen stieg der Anteil der Altersvorsorgeeinrichtungen in den vergangenen fünf Jahren von 17 Prozent auf 22 Prozent. Insgesamt verwalten Versicherungsgesellschaften und Altersvorsorgeeinrichtungen ein Vermögen von 878 Milliarden Euro. Damit sind rund 60 Prozent der Spezialfonds der Altersvorsorge zuzuordnen.

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