Fondsebene

Fonds gelten als Steuersubjekte

Investmentfonds gelten als Steuersubjekte, vergleichbar mit Kapitalgesellschaften. Daraus ergeben sich steuerliche Rechte und Pflichten, die die Kapitalverwaltungsgesellschaften als gesetzliche Vertreter der Fonds wahrnehmen.

Die in einem Fonds befindlichen Wirtschaftsgüter werden steuerlich dem Fonds zugerechnet. Ein Fonds muss seine Einkünfte ermitteln und erklären. Besteuert werden diese Einkünfte aber nicht auf Fondsebene, sondern allein auf der Ebene des Anlegers.

Einkünfte eines Fonds

Die Einkünfte eines Fonds werden durch Gegenüberstellung von Einnahmen und Werbungskosten ermittelt, vergleichbar mit der Einkünfteermittlung eines privaten Direktanlegers. Werbungskosten, die nicht mit bestimmten Einnahmen im Zusammenhang stehen, werden systematisch den aus den verschiedenen Vermögenswerten des Fonds stammenden Einnahmen zugeordnet.

Einnahmen werden grundsätzlich bei Zufluss in einen Fonds und Werbungskosten grundsätzlich bei Abfluss aus einem Fonds berücksichtigt. Zu diesem Grundsatz existieren jedoch Ausnahmen. Zinsen und Mieten sind periodengerecht abzugrenzen. Dividenden sind am Tag des Dividendenabschlags zu erfassen. Werbungskosten sind periodengerecht abzugrenzen, wenn der tatsächliche Abfluss im nächsten Geschäftsjahr erfolgt.

Einkünfte-Kategorien

Ergebnis der Einkünfteermittlung sind verschiedene Einkünfte-Kategorien, wie beispielsweise Zinserträge, Dividendenerträge, Mieterträge, Gewinne aus der Veräußerung von Aktien, Gewinne aus der Veräußerung von Anleihen, Gewinne aus Termingeschäften und Gewinne aus der Veräußerung von inländischen Immobilien. Dabei sind negative Beträge, die bei einer Kategorie anfallen, nur unter bestimmten Voraussetzungen mit positiven Beträgen anderer Kategorien verrechenbar. Andernfalls sind sie auf Fondsebene vorzutragen. Die positiven Kategorien stehen steuerlich zur Finanzierung der Ausschüttung zur Verfügung.

Ausschüttungsbeschluss

Die Verwendung der Einkünfte wird von der Kapitalverwaltungsgesellschaft im Ausschüttungsbeschluss festgehalten. Dieser Beschluss dokumentiert die Zusammensetzung der Ausschüttung. Zugleich ist er für bilanzierende Anleger relevant, da diese einen Anspruch auf Ausschüttung in ihrer Bilanz im Zeitpunkt des Ausschüttungsbeschlusses aktivieren müssen.

Erfassung beim Anleger

Grundsätzlich sind die Einkünfte des Fonds beim Anleger unabhängig davon zu erfassen, ob sie ausgeschüttet werden oder nicht. Einige Erträge sind jedoch erst bei Ausschüttung beim Anleger steuerlich zu erfassen. Dazu zählen insbesondere Gewinne aus der Veräußerung von Aktien, im Regelfall auch Gewinne aus der Veräußerung von Kapitalforderungen sowie Gewinne aus Termingeschäften.

Die Kapitalverwaltungsgesellschaft gibt die steuerliche Auswirkung der einzelnen Einkünfte-Kategorien bezogen auf folgende Gruppen bekannt: natürliche Personen, die ihre Anteile im Privatvermögen halten, natürliche Personen, die ihre Anteile im Betriebsvermögen halten und Kapitalgesellschaften. Dies kann zum Beispiel im Jahresbericht erfolgen. Zudem muss eine inländische Kapitalverwaltungsgesellschaft eine Feststellungserklärung gegenüber dem Finanzamt abgeben und darin die Einkünfte-Kategorien erklären.

Ab 2018 wird die Besteuerung von Investmentfonds neu geregelt

Mehr zu den neuen Regelungen finden Sie hier.


Besteuerung Privatanleger

Besteuerung institutioneller Anleger