Euro-Clearing

Euro-Clearing gehört in die EU

Bisher findet das auf Euro denominierte Clearing vorwiegend in London statt. Die EU-Kommission beabsichtigt, ESMA künftig erweiterte Kompetenzen bei der Zulassung und Überwachung von CCPs sowohl innerhalb der EU als auch in Drittstaaten zu gewähren. Systemrelevante CCPs sollen einen besonderen Anerkennungsprozess mit qualitativen und quantitativen Prüfungen durchlaufen. Demnach soll Drittstaaten-CCPs die Anerkennung verweigert werden, wenn sie ein zu hohes Risiko für die Finanzstabilität der EU darstellen.

Eine Verlagerung des CCP-Clearings in den EU27-Raum lässt angesichts des Umstellungsaufwandes höhere Clearingkosten erwarten. Diese dürften jedoch lediglich vorübergehend anfallen, da sich die Skaleneffekte, die zur Zeit im Londoner Geschäft wirken, künftig auch bei einem zentralen EU27-Standort einstellen werden.

BVI-Position:

  • Die Stärkung aufsichtlicher Kompetenzen im Hinblick auf das Euro-Clearing von Derivaten und anderen Finanzinstrumenten ist sinnvoll. Die effektive Überwachung im Hinblick auf Systemrisiken für die EU lassen sich nur über direkten Zugriff für EU-Aufsichtsbehörden und nur innerhalb der EU sicherstellen.
  • Als zentraler Standort für das künftige Euro-Clearing bietet sich Frankfurt an. Die räumliche Nähe der systemrelevanten Euro-CCPs zu der für die Währungsaufsicht zuständigen EZB erleichtert die Abstimmung gerade im Krisenfall. Neben der EZB, dem SSM, der EIOPA und der GLEIF sind hier zudem mehr als 200 Banken ansässig, davon 161 ausländische Institute.
     

BVI-Position:

BVI position on Euro clearing by systemically important third country CCPs

 

Stellungnahmen zu anderen Themen in chronologischer Reihenfolge finden Sie hier:

BVI-Stellungnahmen


Zurück zur Übersicht