Thomas Richter: „Provisionsverbot wäre ein Irrweg“

Thomas Richter: „Provisionsverbot wäre ein Irrweg“

Die Rufe nach einem Provisionsverbot in Deutschland werden zwar immer lauter, aber nicht überzeugender. Sie ignorieren die Vorteile der Provisionsberatung: Wer viel anlegt, zahlt viel Provision; wer wenig anlegt, zahlt wenig. Außerdem kann der Kunde anders als bei der Honorarberatung kostenfrei nein sagen.

Den potenziellen Konflikt zwischen Provisionsanreiz und Kundeninteresse hat MiFID II entschärft, weil der Berater den Betrag der Provisionen gegenüber dem Kunden offenlegen muss. Im Übrigen ist auch der Honorarberater nicht frei von Interessenkonflikten. Ein prozentualer Anteil am Anlagevolumen als Vergütung lohnt sich für ihn nur bei größeren Beträgen. Rechnet er ein Stundenhonorar ab, hat er ein Interesse, den Kunden möglichst häufig zu beraten. Und viele Kunden wollen oder können kein Honorar zahlen. Das deutsche Modell mit seinem Wahlrecht zwischen Provisions- und Honorarberatung garantiert auch diesen Kleinanlegern den Zugang zu professioneller Finanzberatung.

Dass gesetzlicher Zwang unnötig ist, zeigen die USA: Sie gelten manchem als Vorbild, weil dort viele Privatanleger in ETFs anlegen. Dafür hat allerdings der Markt gesorgt. Es gibt dort kein Provisionsverbot. Nur eine Handvoll Länder auf der Welt haben Provisionen abgeschafft. Dass nun ausgerechnet in Deutschland anders als zum Beispiel in Frankreich oder Italien gesetzliche Verbote gefordert werden, überrascht mich leider nicht.

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