Transaktionskosten nach PRIIPs: ESAs reden das Problem klein

Ende September haben die ESAs darüber beraten, was sie der EU-Kommission als weiteres Vorgehen zum PRIIPs-Informationsblatt empfehlen sollen. EU-Kommission und ESMA sind offenbar bereit, die technischen Vorgaben zu PRIIPs zu überarbeiten. Damit greifen sie unsere Kritik grundsätzlich auf. Sie glauben aber, die Fehler ließen sich mit wenigen technischen Federstrichen beheben, und wollen daher die Ausnahme für OGAWs nicht verlängern. Ab 2020 fällt dann das OGAW-KID weg, und das PRIIPs-Informationsblatt muss genutzt werden. Sollten sich die technischen Korrekturen dann doch nicht als so einfach herausstellen, haben wir ein Problem: Das gute OGAW-KID ist weg, und das unzureichende PRIIPs-KID bleibt die einzige Informationsquelle für den Anleger.

Ich halte dieses Szenario für nicht unwahrscheinlich. ESMA und Kommission sind ausgesprochen unwillig, die Berechnungsweise der Transaktionskosten zu verbessern und die Widersprüche mit der MiFID II zu beseitigen. Dabei sollten sie an einer konsistenten Offenlegung der Kosten interessiert sein. Sie spielen das Problem seit Monaten herunter. Die FCA, die die Arrival-Price-Methode erfunden hat, will ihren Fehler nicht eingestehen und verteidigt sie auf Arbeitsebene vehement, obwohl der Chef der Behörde sie schon öffentlich kritisiert hat. Das Ganze kann also noch dauern. Wir bleiben deshalb bei unserer Forderung, die Ausnahme für OGAWs um weitere zwei Jahre bis Ende 2021 zu verlängern.

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