26.5.2026 | Veranstaltung

Das war der BVI-Sommerabend in Berlin

Rund 300 Gäste aus Politik und Finanzindustrie haben wir am 20. Mai 2026 auf unserem Sommerabend in der Hessischen Landesvertretung in Berlin begrüßt. Der Abend startete mit einem offenen Austausch zu aktuellen regulatorischen Entwicklungen in der EU sowie zu den von der Bundesregierung angestoßenen Reformen in Deutschland.

BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter äußerte Kritik an der aktuellen Entwicklung auf EU-Ebene. Zwar würden regelmäßig mehr Praktikabilität, Wettbewerbsfähigkeit und Vereinfachungen angekündigt, in der Umsetzung dominierten jedoch weiterhin komplexe Detailregelungen. Das Ergebnis sei eine zunehmende Regulierungstiefe, die teuer, teilweise widersprüchlich und ohne klar erkennbaren Mehrwert für Anleger sei. Richter plädierte daher für prinzipienbasierte Ansätze, fundierte Folgenabschätzungen sowie das Ende experimenteller Regulierung und eine mutigere Positionierung Deutschlands in Brüssel.

Im anschließenden Gespräch mit den finanzpolitischen Sprechern der Koalitionsfraktionen im Bundestag Frauke Heiligenstadt (SPD) und Fritz Güntzler (CDU) richtete sich der Blick auf die nationale Ebene. Richter lobte die Reform der privaten Altersvorsorge. Sie mache endlich Schluss mit dem Zwang zu Garantien und lebenslanger Verrentung und ermögliche somit höhere Renditechancen und mehr Flexibilität für Sparer. Heiligenstadt und Güntzler verteidigten das staatliche Standardprodukt im privaten Markt und verwiesen darauf, dass es unter gleichen Wettbewerbsbedingungen wie die privaten Angebote an den Start gehen werde. Richter zeigte sich skeptisch, ob dies auch langfristig Bestand haben werde.

Einigkeit bestand hinsichtlich der Bedeutung des Standortfördergesetzes. Es schafft für Fonds Rechtssicherheit für langfristige Investitionen vor allem in die deutsche Infrastruktur. Es ist ein wichtiger Schritt, um privates Kapital zu mobilisieren und den Finanzmarktstandort im europäischen Wettbewerb zu stärken.


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