Meldewesen

Überbordende Meldepflichten für Fonds

@ istockfoto / bunhill

Fonds zählen zu den am strengsten regulierten und transparentesten Finanzprodukten. Asset Manager müssen in regelmäßigen Abständen umfangreiche und komplexe Datenpakete für jeden Fonds oder jede Anteilscheinklasse an verschiedene Behörden und Zentralbanken melden. Das ist das Erbe der Finanzmarktkrise als Regulatoren und Zentralbanken weltweit die Meldepflichten für die Investmentvermögen deutlich erweiterten, um die Transparenz im globalen Fondsmarkt zu verbessern. Inzwischen gibt es das aufsichtsrechtliche Fondsreporting (z.B. OGAW/AIFM, Geldmarktfonds-Meldewesen sowie das Reporting an die Bundesbank), das Transaktionsreporting (z.B. EMIR, SFTR), das Reporting an institutionelle Anleger (z.B. VAG, Solvency II, CRR), die Jahressteuererklärung sowie etliche Sonderberichte und Ad-hoc-Abfragen der Regulierer zu Risiken.

Die Crux dabei: Jede Behörde bzw. Zentralbank will die zum Teil identischen Daten anders aufbereitet haben: in unterschiedlichem Umfang, in unterschiedlichen Abständen, in unterschiedlichen Formaten, auf Basis von Anteilscheinklassen oder einzelnen Fonds. Ursache dieser unterschiedlichen Anforderungen ist die seit der Finanzmarktkrise gestiegene Komplexität im Meldewesen, die von den Aufsichtsbehörden und Zentralbanken nicht koordiniert wurde.

Das Durcheinander der unterschiedlichen Datenstandards und -formate im Meldewesen stellt sowohl für die Fondsindustrie bzw. für die zuständigen Behörden eine enorme Belastung dar, sowohl  operativ als auch in finanzieller Hinsicht. Es behindert zudem eine effiziente Aufsicht bei der Analyse systemischer Risiken in den Finanzmärkten. Es ist daher dringend erforderlich, die derzeit überbordenden Berichtspflichten und den Verwaltungsaufwand für die Fondsgesellschaften auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren.

BVI-Position: Public consultation on fitness check on supervisory reporting

Alle Stellungnahmen von A-Z

Combined Shape Created with Sketch.