Segmentierte Spezialfonds

Aufteilung in verschiedene Portfoliobereiche

Bei einem segmentierten Spezialfonds ist das Portfolio in mehrere Bereiche aufgeteilt, die je nach Anlagekategorie von unterschiedlichen Portfolio-Managern betreut werden können. So kann ein Investor beispielsweise ein Mandat für US-Aktien an einen Amerikaspezialisten und ein Mandat für Emerging Market-Anleihen an einen hierauf spezialisierten Manager vergeben. Ungeachtet der aufgeteilten Verantwortung im Management liefert ein einheitliches Reporting über alle Bereiche klare und durchgängige Informationen.

Steigendes Volumen in segmentierten Spezialfonds

In den vergangenen Jahren beschleunigte sich der Trend hin zu segmentierten Wertpapier-Spezialfonds. Das Volumen stieg im Jahr 2016 von 935 Milliarden Euro auf 1.039 Milliarden Euro und erreichte damit einen neuen Spitzenwert.

Knapp drei Viertel des Wertpapier-Spezialfondsvermögens ist segmentiert

Die wachsende Bedeutung der Segmentierung unterstreicht auch die steigende Zahl der Segmente. Bestand 2005 ein segmentierter Fonds aus durchschnittlich 3,5 Segmenten, sind es 2016 im Schnitt bereits 4,5 Segmente. Ein wesentlicher Grund besteht in der offenbar stärkeren Auffächerung bestehender segmentierter Fonds, um spezielle Anlagebereiche abzudecken.

Die Master-KVG

Eine Möglichkeit zur Administration segmentierter Spezialfonds ist das Konzept der Master-Kapitalverwaltungsgesellschaft (Master-KVG). Diese übernimmt die Verwaltung der Sondervermögen eines oder mehrerer Anleger. Meist handelt es sich um Spezialfonds für institutionelle Investoren. Im Gegensatz zu einer "normalen" Fondsanlage kann dabei das Portfoliomanagement an verschiedene Experten vergeben werden. So können die Manager gewählt werden, die aus Kundensicht für die einzelnen Anlagebereiche am besten geeignet sind.

Zentrale Verwaltung

Die Verwaltung (Administration) erfolgt zentral bei der Master-KVG. Sie erstellt ein einheitliches Reporting und verwahrt die Vermögensgegenstände bei einer Verwahrstelle. Dies ermöglicht eine hohe Transparenz für den Kunden. Der ganzheitliche Überblick der Master-KVG ermöglicht zudem eine effiziente Risikokontrolle.

Die Anlageentscheidungen hingegen werden von den verschiedenen beauftragten Asset-Managern getroffen. Hier bestehen zwei Möglichkeiten: Beim sogenannten Beratungsmandat erteilt der externe Portfolio-Manager lediglich Ratschläge an die Master-KVG, beim Verwaltungsmandat trifft der Asset-Manager die Anlageentscheidung.

 Die Master-KVG

Organisation einer Master-KVG

Zum Beispiel kann ein institutioneller Anleger mehrere Spezialfonds unter einer Master-KVG bündeln. Dabei können 50 Prozent in deutsche Aktien, 30 Prozent in europäische Anleihen und 20 Prozent in Immobilien investiert werden. In diesem Beispiel werden drei Segmente gebildet, mit deren Verwaltung drei verschiedene spezialisierte Asset-Manager beauftragt werden. Administration und Reporting werden jedoch einheitlich aus einer Hand von der Master-KVG übernommen. Der institutionelle Anleger kann für Verwahrstelle, Fondsgesellschaft und Management jeweils den aus seiner Sicht besten Anbieter wählen.